published at: März 26, 2020

Corona: Häusliche Gewalt stoppen

Aufgrund der Coronaviruskrise sind alle Menschen aufgefordert sich weiter zu isolieren und auf soziale Kontakte zu verzichten. Diese Maßnahmen sind richtig und notwendig, um die weitere Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Laut verschiedenen Berichten hat sich in China in dieser Situation die Anzahl der Fälle von häuslicher Gewalt beinahe verdoppelt. Insbesondere Frauen und Kinder sind davon besonders betroffen.

Vor dem Hintergrund der drohenden Zunahme von Fällen häuslicher Gewalt haben ich und weitere Abgeordnete des Europäischen Parlaments einen Aufruf an die Europäische Kommission und den Europäische Rat geschickt.

Wir fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Maßnahmen der sozialen Distanzierung mit Maßnahmen gegen häusliche Gewalt zu ergänzen. Dazu gehört insbesondere, dass Präventionsmaßnahmen von häuslicher Gewalt verstärkt finanziert werden, Hilfetelefone weiter ausgebaut werden und ein Unterstützungsnetzwerk in den Mitgliedsstaaten aufgebaut wird.

Wir müssen in der Öffentlichkeit ein starkes Bewusstsein dafür schaffen, dass durch die Isolation im eigenen Zuhause Frauen und Kinder besonders gefährdet sind. Ich rufe daher auch dazu auf: Lassen Sie Opfer häuslicher Gewalt nicht allein. Wenn Sie selbst Opfer häuslicher Gewalt sind, suchen Sie Hilfe. Melden Sie sich bei Freundinnen, Freunden oder beim deutschen Hilfetelefon unter der Nummer 08000 116 016.

Unseren Brief findet ihr hier: Increased measures needed to fight domestic violence during COVID-19 pandemic

 





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 ©Schwarzkopf-Stiftung, Foto: Adrian Jankowski.