veröffentlicht am: Mai 17, 2018

Gewerkschaften müssen den Strukturwandel mitgestalten

Nach fünf ereignisreichen Tagen ist heute, am 15. Mai 2018, der große DGB-Bundeskongress, der nur alle vier Jahre stattfindet, zu Ende gegangen. Insgesamt wurden 78 Anträge diskutiert, die sich unter anderem mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und Europa, mit den Veränderungen in der Arbeitswelt sowie mit politischen Antworten auf den wirtschaftlichen und ökologischen Wandel befassten. Besonders erfreulich ist, dass diesmal immerhin knapp 45 Prozent der Delegierten Frauen waren. Damit ist der Frauenanteil unter den Delegierten seit 1990, wo er bei gerade mal knapp 23 Prozent lag, in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen.

Doch kurz vor dem Beginn des Kongresses wurde bekannt, dass der DGB-Vorstand zu seinem eigenen Antrag unter dem Titel „Klima, Energie, Mobilität – Den Wandel gerecht gestalten“ einen Änderungsantrag gestellt hat, mit dem er ein klares Bekenntnis zu den Klimaschutzzielen von Paris streichen wollte. Aus diesem Grund hatte das Sprecher*innen-Team von GewerkschaftsGrün den DGB in einer Pressemitteilung scharf kritisiert und zur Kurskorrektur aufgefordert.

Leider hat der Protest nichts genutzt und der DGB hat sich letzten Endes lediglich für eine Diskussion über den Weg in eine kohlenstoffarme Wirtschaft ausgesprochen, anstatt sich klar zu den Klimaschutzzielen zu bekennen. Das ist natürlich fatal. Denn gerade der DGB sollte den Strukturwandel mitgestalten und unterstützen, damit der wirtschaftliche Wandel nicht zu Lasten von Arbeitnehmer*innenrechten geht.

Alle bisherigen Beschlüsse des DGB-Bundeskongresses können hier nachgelesen werden.





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 Sarah Benke-Åberg