ThemenEuropa
8. März 2016

Erklärung: Der Transport von Tieren in die Türkei

In den letzten Tagen erreichten uns sehr viele Zuschriften von Menschen, die sich gegen den Transport von Tieren in die Türkei aussprachen und nach Terrys Position hierzu fragten. Dazu erklärt Terry Reintke:

Etwa neun Millionen Schlachtschweine werden jährlich zwischen den EU-Mitgliedstaaten gehandelt – und das häufig über große Strecken. Allein 2012 wurden über eine Million Schweine nach Portugal transportiert. Den Rindern geht es nicht besser: Über 300.000 Tiere verfrachteten Betriebe aus der EU im Jahr 2012 in die Türkei, nach Libyen und Algerien. Lebend.

Dass sich diese Praktiken trotz der geringen Gewinnmargen in der Tiermast rentieren, liegt an den niedrigen Kosten für den Transport. Für die Niedrigkosten bezahlen die Tiere durch ihr Leid und nicht zuletzt die Bürger und Bürgerinnen durch ihre Steuern für die Straßenschäden.

Wir Grüne im Europäischen Parlament möchten den Tierschutz beim Tiertransport verbessern. Wir fordern eine strengere Überwachung der bestehenden Vorschriften, die Förderung und den Ausbau von regionalen Schlachtstätten und eine Verbesserung der Transportbedingungen. Dringenden Handlungsbedarf gibt es, denn in nur fünf Jahren sind die Transporte bei Schweinen um 70 Prozent und bei Rindern um fast 10 Prozent gestiegen. Ein Drittel der Transporte dauert länger als acht Stunden.

Nicht durchsetzen konnten sich die Grünen mit der Forderung, die Transportzeiten auf ein Maximum von acht Stunden zu begrenzen. So bleibt der Bericht zum Schutz der Tiere an einer wesentlichen Stelle leider wage, spricht sich aber auch nicht gegen die Limitierung der Transportzeit auf acht Stunden aus. Das ist sehr bedauerlich, denn eine Millionen Bürgerinnen und Bürger haben die Begrenzung mit ihrer Unterschrift zur „8-hours-Kampagne“ gefordert. Absurd ist, dass sogar die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament diese Forderung noch vor kurzem unterstützt hat, nun aber anscheinend die Konsequenzen scheut.

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