4. November 2015

Griechenland: Wirkliche Perspektiven statt Kaputtsparpolitik

Für die Grünen im Europäischen Parlament  habe ich die Änderungen der EU-Förderrichtlinien in diesem Herbst begleitet. Anfang Oktober hat das Europäische Parlament Änderung der bestehenden Richtlinie für Griechenland beschlossen, sodass besonders Gelder aus der nun ablaufenden Förderperiode (2007-2014) schneller fließen können. Mein Besuch in Athen hat einmal mehr deutlich gemacht, das die beschlossenen Änderungen ein erster richtiger Schritt waren. Die EU-Fördermittel sind zurzeit die einzigen wirklichen Investitionen, die in Griechenland getätigt werden können. Als Grüne haben wir uns außerdem dafür stark gemacht, dass die Kommission endlich die notwendige technische Unterstützung in Griechenland liefert, damit die Gelder schnell und bestmöglich verwendet werden können.

Griechenland braucht Investitionen. Jetzt!
Die griechische Wirtschaft hat weiterhin mit deutlichen Liquiditätsproblemen zu kämpfen. Die von der Europäischen Union verordnete Kaputtsparpolitik, verschlechtert die wirtschaftliche Lage zunehmend. Besonders kleine und mittlere Unternehmen haben kaum eine Chance, Kredite zu bekommen und dringend notwenige Investitionen zu tätigen. So sind es besonders die KMUs in Griechenland, die Pleite gehen und die dramatische Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärfen. Das sogenannte „Investitionspaket“ Junckers, das vor allem auf  Großunternehmen ausgerichtet ist, setzt somit an der völlig falschen Stelle an. Griechenland braucht vor allem Investitionen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen sowie für Gründerinnen und Gründer.

Schluss mit der elenden Hetze gegen „die Griechen“

In Athen musst du eigentlich nur irgendwo über die Straße gehen, um junge, kreative und energiegeladene Menschen zu treffen. Wäre also zu wünschen, dass all die, die munter hetzen gegen die „faulen Griechen“, genau das einmal tun: Nach Griechenland fahren und sich anschauen, wie viel Energie und Engagement einem entgegen kommt. Zurzeit steht das Land vor der Herausforderung von 25 Prozent Arbeitslosigkeit. Der EU-Durchschnitt liegt bei 11,4 Prozent, vor der Krise hatte Griechenland eine Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent. Das Armutsrisiko steigt stetig an, immer noch findet jeder zweite junge Mensch keinen Job, egal wie gut ausgebildet, immer mehr Familien haben nur noch die Rente eines Familienmitglieds als Einnahmequelle. Dumme Hetze kann da nicht die Antwort sein. „Die Griechen“ sind  zum Beispiel zwei junge, mutige Frauen, die ihren eigenen Designerinnen-Laden eröffnen, weil sie keine Arbeit finden. Um ihren Onlinehandel auszubauen brauchen die Gründerinnen sehr dringen Anschubfinanzierung, die zur Zeit für solche kleinen Unternehmen kaum zu bekommen sind. “Die Griechen” sind auch zum Beispiel ein Zusammenschluss unterschiedlichster Menschen, die einen Genossenschafts-Supermarkt mit regionalen Produkten auf die Beine stellen. Diese Menschen brauchen eine wirkliche und nachhaltige Perspektive.

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