2. Mai 2018

EU-Parlament: Schluss mit unbezahlten Praktika!

PRESSEMITTEILUNG – Düsseldorf, 02. Mai 2018

Heute hat die Youth Intergroup des Europäischen Parlamentes in einer Foto-Aktion auf die Missstände um unbezahlte Praktika im Parlament aufmerksam gemacht. Dies kommentiert die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Terry Reintke, Gelsenkirchener Abgeordnete im Europäischen Parlament:

„Seit Juni letzten Jahres liegt das Manifest der Youth Intergroup für faire Praktika auf Präsident Tajanis Tisch. Auch wenn die Mehrheit seines Präsidiums und mittlerweile mehr als 140 Abgeordnete gewillt sind, die Hausregeln für Praktika zu ändern, so muss der Vorstoß dazu vom Präsidenten selbst kommen. Wir nähern uns dem Ende dieser Legislaturperiode und die Zeit läuft uns davon, um die Vergütung von Praktikantinnen und Praktikanten im Parlament zu verbessern.

Noch immer machen junge Menschen im Europäischen Parlament ein Praktikum nach dem anderen, oft ohne angemessene Arbeitserfahrungen zu erhalten. Es ist schlicht inakzeptabel, dass diese jungen Menschen dazu häufig noch ohne Bezahlung arbeiten müssen. Die Qualität von Praktika in den europäischen Institutionen muss verbessert werden und das Europäische Parlament muss eine Vorreiterrolle einnehmen, was Qualitätsstandards für die Beschäftigung junger Menschen betrifft.“

Hintergrund:
Vor einem Jahr kam durch die Veröffentlichung einer internen Umfrage der Youth Intergroup ans Tageslicht, dass es ein signifikantes Problem mit schlecht bezahlten Praktika im Europäischen Parlament gibt.

Gerade an den EU-Institutionen werden leider noch viel zu viele schlecht entlohnte oder gar unbezahlte Praktika angeboten, die für junge Menschen aber unerlässlich sind, da sie oftmals den einzigen Türöffner zum Arbeitsmarkt darstellen.

Die im letzten Jahr durchgeführte Umfrage der Youth Intergroup unter Praktikantinnen und Praktikanten im Europäischen Parlament hat ergeben, dass 8 Prozent von ihnen nicht bezahlt werden und 24 Prozent eine Entlohnung unter 600 EUR erhalten. Allerdings konnten mit der Umfrage mit Sicherheit nicht alle Praktikantinnen und Praktikanten erreicht werden, weshalb von einer unbekannten Dunkelziffer auszugehen ist.

Um die Ausbeutung junger Menschen durch unfaire Praktika zu beenden, hat die Youth Intergroup die Kampagne für faire Praktika gestartet, die auf die oftmals prekäre Situation von Praktikantinnen und Praktikanten aufmerksam machen soll. Erklärtes Ziel dieser Kampagne ist, zunächst einmal im eigenen Haus zu kehren und eine breite politische Unterstützung zu finden, um unbezahlten und unfairen Praktika im Parlament endlich eine klare Absage zu erteilen.

Dafür wirbt die Youth Intergroup um zahlreiche Unterstützung für das gemeinsam verfasste Manifest für faire Praktika. Mittlerweile haben sich über 140 Abgeordnete des Europäischen Parlaments hinter das Manifest gestellt.

Das Manifest kann hier abgerufen werden.
Die Ergebnisse der Umfrage der Youth Intergroup gibt es hier.

 

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